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Klub für
Ungarische Hirtenhunde e.V.

Gegr. 1922. Ältester Zuchtbuch führender Verein für die Rassen
Kuvasz, Komondor, Puli, Pumi, Mudi, Pyrenäenberghunde, Bergamasker

FCI-Rassestandard des Puli

FCI-Standard Nr. 55 / 06.12.2013 / D



Übesetzung: Peter Weit


Ursprung:
Ungarn


Datum der Publikation des gültigen Standard:
29.10.2013


Verwendung: Treibhund


FCI: 
Klassifikation: Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde
 Sektion 1 Schäferhunde – ohne Arbeitsprüfung



Kurzer geschichtlicher Abriß: Es handelt sich um eine ungarische Treibhunderasse asiatischen Ursprungs. Seine ursprünglichen Vorfahren kamen aller Wahrscheinlichkeit nach mit den wandernden, als Nomaden von der Viehzucht lebenden Altmagyaren ins Karpatenbecken.

Allgemeines Erscheinungsbild: Hund von mittlerer Größe, fester Konstitution, quadratischem Körperbau und feiner, aber nicht zu leichter Knochenstruktur. Der etwas hagere Körper ist in allen Teilen gut bemuskelt. Die Gestaltung der einzelnen Körperteile ist schwer zu beurteilen, weil der ganze Körper von einem stark entwickelten, zur Bildung von Zotten und Schnüren neigenden Haarkleid bedeckt ist. Es ist deshalb zweckmäßig, während des Richtens den Hund abzutasten. Die Kopfbehaarung ist so üppig, daß sie den Kopf rund erscheinen läßt und die Augen abschirmt. Die nach vorne über die Kruppe eingerollte, üppig behaarte Rute verursacht scheinbar eine nach hinten leicht ansteigende Körperform.



Wichtige Proportionen:

  • Die Körperlänge entspricht der Widerristhöhe.
  • Die Brustkorbtiefe beträgt etwas weniger als die Hälfte der Widerristhöhe.
  • Die Fanglänge entspricht einem Drittel der Kopflänge.


Verhalten / Charakter (Wesen): Von lebhaftem Temperament, ausserordentlich lernfähig. Er ist kinderliebend und ein ausgezeichneter Wachhund. Seine gegenwärtige Form hat sich an die Verwendung im Hundesport angepaßt.

Kopf:: Von vorne gesehen rund, von der Seite gesehen scheint er elyptisch zu sein.



Oberkopf:

  • Schädel: Klein und fein. Augenbrauenbogen stark entwickelt.
  • Stop: Schwach ausgebildet.

Gesichtsschädel:

  • Nasenschwamm: Relativ klein, schwarz.
  • Fang: Nicht spitz, Nasenrücken gerade.
  • Lefzen: Straff, dunkel pigmentiert.
  • Kiefer /Zähne: vollzahniges Scherengebiß mit der Zahnformel entsprechenden 42 Zähnen.
  • Augen: Die mittelgroßen, dunkelbraunen Augen sind leicht schräg und mittelweit voneinander eingesetzt. Der Ausdruck ist lebhaft und intelligent. Die Lidränder sind straff am Augapfel anliegend und gut pigmentiert.
  • Ohren: Mittelhoch angesetzt mit breiter Basis. Die hängenden Ohrlappen haben eine an der Spitze abgerundete V-Form.

 


Hals:

  • 
Mittellang, straff, gut bemuskelt. Er bildet mit der Horizontalen einen Winkel von 45 ° und ist mit dichtem Haar bedeckt.



Körper:

  • Obere Profillinie: Gerade, wegen der Rutenhaltung scheinbar nach hinten leicht ansteigend.
  • Widerrist: Er ragt nur in geringem Maße über die Oberlinie hinaus.
  • Rücken: Mittellang, gerade, straff, bemuskelt.
  • Lenden: Reichlich bemuskelt, kurz.
  • Kruppe: Kurz, leicht abfallend.
  • Brustkorb: Tief, lang, mit gut gewölbten Rippen.
  • Untere Profillinie und Bauch: Allmählich nach hinten ansteigend.

 


Rute:

  • 
Die mittelhoch angesetzte Rute ist über die Kruppe flach eingerollt und dicht mit Haar bedeckt. Wenn sie ausgestreckt wird, reicht sie in der Länge bis zum Sprunggelenk.

 

Gliedmaßen


Voderhand:

  • Schulter: Schulterblatt schräg, straff am Brustkorb anliegend. Eine vom Widerrist aus gefällte Vertikale streift die Vorderfront der Brust an deren tiefsten Punkt. Der Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarm beträgt 100 bis 110°.
  • Oberarm: Mittellang und gut bemuskelt.
  • Ellenbogen: Eng an den Brustkorb anliegend. Der Winkel zwischen Oberarm und Unterarm beträgt 120 bis 130°.
  • Unterarm: Lang, gerade, mit einer trockenen Muskulatur.
  • Vorderpfoten: Kurz, rundlich, geschlossen, mit eng aneinander liegenden Zehen. Die Krallen sind schwarz oder dunkel-schiefergrau. Die Ballen sind dunkel gefärbt und elastisch. Die Pfoten sind parallel, nach vorne gerichtet und stehen mittelweit auseinander.


Hinterhand:

  • Allgemeines: Die Stellung der Läufe ist mittelweit und parallel. Der Winkel zwischen Becken und Oberschenkel beträgt zirka 100-110°; die Winkelung im Knieglenk beträgt 100-110°.
  • Ober-und Unterschenkel: Lang und gut bemuskelt.
  • Sprunggelenk: Trocken, klar umrissen.
  • Hintermittelfuß: Kurz.
  • Hinterpfoten: Nicht so geschlossen und eng aneinander liegende Zehen wie bei den Vorderpfoten, sonst gleich.

 


Gangwerk:

  • 
Bewegung sehr lebhaft und temperamentvoll. Schritt kurz. Die Bewegung ist oft typisch trippelnd und hüpfend. Der Hund hat die Tendenz, sich wirbelnd um die eigene Achse zu drehen.

 


Haut:

  • 

Ohne Falten, straff, stark pigmentiert. Die freien Hautflächen sind bei jeder Farbvarietät schwarz oder schiefergrau.



 

Haarkleid:

  • Haar: Das Haar der Welpen ist dicht, gewellt oder gekräuselt. Später bilden sich Haarbüschel und danach kräftig strukturierte Zotten und Schnüre. Die Behaarung besteht aus einem gröberen Deckhaar und einer feineren Unterwolle. Das Verhältnis der beiden Haartypen zueinander bestimmt den Charakter des Haarkleids. Wenn das Deckhaar viel stärker entwickelt ist als die Unterwolle, ist die Behaarung atypisch strukturiert und die Haare etwas abstehend. Wenn die Unterwolle unerwünschterweise zu stark überwiegt, entsteht eine allzu weich strukturierte, verfilzte Behaarung, die schwer zu pflegen ist. Das genetisch bestimmte richtige Verhältnis der beiden Haarsorten ergibt die ästhetisch vorteilhafte Zotten- oder Schnürenform, die leicht zu pflegen ist. Die Schnüre sind in der Lenden- und Kruppengegend und an der Hinterseite der Oberschenkel am längsten (20-30 cm). Sie sind am Kopf und an den Gliedmassen am kürzesten (10-12 cm). Die Behaarung des Kopfes ist ideal, wenn die Haare eine kräftige schnürenartige Struktur aufweisen und den Gesichtsbereich abschirmen. Sowohl die ausgekämmte als auch die vernachlässige und zerzauste Behaarung ist unerwünscht.


Farbe:

  • Schwarz
  • Schwarz mit geringen rostroten oder grauen Nuancen
  • Falbfarben (fakó) mit deutlicher, schwarzer Maske.

 

Grau in jeder beliebigen Schattierung:

  • In der Brustgegend ist ein weißer Fleck von höchstens 3 cm Durchmesser zulässig. Weiss zwischen den Zehen gilt nicht als Fehler.
  • Perlenweißes Haarkleid ohne eine Spur von semmelblonder Schattierung.

 

Größe und Gewicht:


Widerristhöhe:

  • Für Rüden: 39-45 cm, Idealgröße 41-43 cm
  • Für Hündinnen: 36-42 cm, Idealgröße 38-40 cm

Gewicht:

  • Für Rüden: 13-15 kg
  • Für Hündinnen: 10-13 kg

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.

Disqualifizierende Fehler:

  • Aggressiv oder ängslich.
  • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
  • Fehlen von einem Zahn oder mehrerer Zähne von den Schneidezähnen, den Eckzähnen, den Prämolaren 2-4 und den Molaren 1-2. Fehlen von mehr als 2 PM1; die M3 werden nicht berücksichtigt.
  • Vor- oder Rückbiß, Kreuzgebiß.
  • Rute sichelförmig oder horizontal getragen.
  • Kurzes oder glattes Haarkleid, einzeln stehende Haare (nicht Schnürend).
  • Farbfehler und unerwünschte Abzeichen und Flecken.
  • Größe von den im Standard festgesetzten Normen abweichend.

  • Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
  • Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.