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Klub für
Ungarische Hirtenhunde e.V.

Gegr. 1922. Ältester Zuchtbuch führender Verein für die Rassen
Kuvasz, Komondor, Puli, Pumi, Mudi, Pyrenäenberghunde, Bergamasker

Rassebeschreibung Kuvasz

Herkunft und Geschichte

Der Ursprung des Kuvasz wird auf nomadisierende Hirten mit großen schutzbedürftigen Herden aus asiatischen und mongolischen Steppengebieten zurückgeführt. Zum Schutz der  Herden gegen Diebe und Raubtiere wurden große, mutige und wehrhafte Hirtenhunde benötigt.

Obwohl der Kuvasz vermutlich schon während der Völkerwanderung Begleiter der Magyaren war, wird dieser imposante Hund spätestens in Zusammenhang mit der Herrschaft von König Matthias (1458-1490) erwähnt: er war in Adelskreisen ein willkommenes Gastgeschenk und wurde ebenfalls gern zu Jagden mitgenommen. Nach der Türkenherrschaft im 16./17. Jahrhundert,  während der eine Vermischung mit türkischen Hunden ähnlicher Eigenschaften vermutet wird - entwickelte sich die Rasse mit unverändertem Wesen.

Die vormals helle und zunehmend weiße Farbe ihrer Hunde wurde schon früh von den nomadisierenden Hirten und späteren Viehzüchtern favorisiert. So konnten die beiden großen  ungarischen Schutz-und Wachhirtenhunde Kuvasz und Komondor (link!) ähnlich wie verwandte Hirtenhunde in Asien und Europa gut vom Wolf und anderen Raubtieren während nächtlicher Übergriffe unterschieden werden.

Als sich im 19. Jahrhundert der Ackerbau intensiver entwickelte und die Viehzucht in den Vordergrund trat, tauschte der Kuvasz sein ursprüngliches Arbeitsgebiet mit der Aufgabe als Bewacher von Gehöften und Meiereien.

Seine geregelte Zucht begann 1905 in Zusammenhang mit einer Standardaufstellung der Ungarischen Hirtenhunde. 1921 entwickelte Raitsis diesen ersten Standard weiter, gefolgt  1935 von einer Beschreibung von Lajos Abonyi (Oberveterinär, Kynologe, Vizepräsident des ungarischen Kynologenverbandes), Prof. Dr. Gheza-Csaba Anghi,  Oberdirektor des Budapester Zoos u.  Verfasser zahlreicher kynologischer Werke und Ivan Márki, Oberveterinär, Kynologe, intern. Hunderichter.

Nach der ersten Standardbeschreibung des Kuvasz aus dem Jahr 1905 wurde nach Neuorganisierung 1960 eine weitere Beschreibung verfasst, die 1963 von der FCI angenommen wurde und 1966 präzisiert wurde. Unter der Nr. 54/b ist sie weiterhin gültig.

Charaktereigenschaften

Der Kuvasz ist eine uralte Hirtenhundrasse, welche auch heute noch instinktsicheres Verhalten und wesensstarke Anlagen vorweisen kann. Seine Intelligenz und die damit verbundene schnelle Auffassungsgabe sind außerordentlich hoch. Als selbstständig arbeitender Herdenschutzhund sind seine Selbstsicherheit, sein Mut und seine Wachsamkeit  hervorzuheben. Gleichzeitig beweist er immer wieder seine oft rührende Zuneigung und Anhänglichkeit zu seiner eigenen Familie. Er zeigt ein lebhaftes Temperament, welches unmittelbar die Stimmung seiner Umwelt widerspiegelt.

Der Kuvasz ist absolut verlässlich in der instinktsicheren Bewachung von Haus und Grundstück. Er ist anhänglich, jedoch nicht schmeichelnd. Er kann als sehr selbstbewusst und souverän bezeichnet werden. Seine Reizschwelle liegt hoch, so dass er im Umgang mit anderen Hunden keineswegs zu den Raufern gezählt werden kann.
Ungeachtet seines höchst attraktiven Äußeren eignet er sich jedoch weder als Zimmer-Dekoration, noch ist er ein Salon- oder Zierhund und sollte auch nie zum „Modehund“ degradiert werden.

In diesem Sinne bemüht sich der KfUH, das ursprüngliche unverwechselbare Wesen des Kuvasz in seiner Wesensfestigkeit durch wohldurchdachte Auswahl in der Zucht, sowie Wesensprüfungen und bestmögliche Kontrolle zu erhalten.

Welche Anforderungen stellt der Hund an seinen Besitzer?

Der Kuvasz sollte als von Anfang an als voll integriertes Familienmitglied gehalten werden. So  wird er problemlos in sein neues Zuhause hineinwachsen und allen an ihn gestellten Anforderungen gerecht werden. Andere Haustiere, kleine Kinder oder hilfsbedürftige Personen werden von ihm ebenso als zu „seiner Familie“ gehörig betrachtet, wie er es in Jahrhunderten zuvor mit den von ihm zu bewachenden Herden der Nomaden tat.

Haus und umzäuntes Grundstück gelten als ideale Haltungsvoraussetzung, die der Kuvasz instinktsicher bewachen wird. Dennoch trägt es unbedingt  zu seiner artgerechten Aufzucht bei, seine Entwicklung mit vielerlei Eindrücken in der Außenwelt zu fördern. Man konfron-tiere ihn also frühzeitig im Junghundealter mit all den Vorkommnissen, die er in seinem späteren Leben, welches doch immerhin durchschnittlich 10 – 14 Jahren währen kann, perfekt beherrschen sollte.
Unsere Züchter wie auch der Klub für Ungarische Hirtenhunde werden Ihnen im Zweifelsfall gern hilfreich zur Seite stehen.

Die Erziehung des Kuvasz

Freundlichkeit, Konsequenz und Geduld stehen im Umgang mit dem Kuvasz von Anfang an im Vordergrund. Die Mutterhündin macht es vor und man ist gut beraten,  diese Verhaltens-weise zu übernehmen.
„Treffen auf den Kuvasz nur gute Eindrücke, so wird er beispielhaft gutmütig. Falls die Umweltfaktoren roh sind, so wird auch der Kuvasz so“ (Pál Sárkány/ Imre Ócsag „Ungarische Hunderassen“).
Unbegründete Züchtigung ist in jedem Fall zu vermeiden, die Erziehung sollte ruhig und liebevoll, souverän und konsequent durchgeführt werden. Ungerechtigkeit und Grobheit, Gewalt und Härte sind in jedem Fall zu vermeiden, Schläge gar absolut verboten und unangebracht. Liebevolles Umgehen miteinander, Konsequenz, Geduld und Besonnenheit sind hier die Zauberworte und führen zum angestrebten Erfolg.