|
Im 15. Jahrhundert
wird der Pyrenäenberghund erstmals urkundlich erwähnt, als Wächter
in den Schlössern der Pyrenäen. Im 17. Jahrhundert erkor sie König
Ludwig der XIV. zu Begleitern bei Hofe, das machte sie natürlich populär
und begehrt. Danach gerieten sie mehr und mehr in Vergessenheit, bis der beginnende
Tourismus sie aufs neue entdeckte. Die Bergführer der pyrenäischen
Bäder und Sommerfrischen züchteten eifrig und setzten sie erfolgreich
als eine Art Renommierhunde an die Fremden ab. Besonders die Gegend um Lourdes
war für ihre guten Hunde berühmt. Die ersten Pyrenäenberghunde
in Deutschland wurden 1937 vom Fürsten Günter von Schönburg-Waldenburg
in Sachsen gezüchtet. Lange Zeit gab es nur sehr wenige Tiere in Deutschland,
seit 1985 nimmt die Zucht bei uns kontinuierlich zu und erreichte, auch durch
züchterische Zusammenarbeit mit dem Mutterland, einen hohen Stand an
Qualität.
Der Pyrenäenberghund ist ein mutiger Wächter, er braucht dies nicht
zu lernen, es ist ihm angeboren. Trotz seiner Größe und Mächtigkeit
ist er behände und ausdauernd, er liebt und braucht Bewegung. Wichtig ist
für ihn ein eigenes Revier, das er bewachen und schützen kann und
dass er Familienmitglied ist. Er braucht Platz, am besten ist ein Haus mit
eingezäuntem Garten.
Der Pyrenäenberghund
wird der "sanfte Riese" genannt, er wird mit liebevoller Geduld
und Konsequenz erzogen, niemals mit Härte und Gewalt. Er ist ein stolzer,
selbständiger und intelligenter Hund, der vor allem im Welpen- und Junghundalter
durch viel Zuwendung, Spiel, Spaß und Konsequenz zu einem guten Begleiter,
auch ohne Leine, herangezogen werden kann. Seinen liebenswerten Dickkopf kann
man nicht mit Zwang regieren, sondern nur mit Köpfchen und Geduld, er
folgt aus Zuneigung. Kinder liebt er besonders, er ist ein unendlich geduldiger
Geselle gegenüber den kleinen Plagegeistern. Seine Ruhe und Sanftheit
machen ihn zu einem wunderbaren Freund und Begleithund. Bei Gefahr jedoch
kommen Kraft und Mut zum Vor-schein. Er kann Situationen instinktiv richtig
einschätzen und verhält sich dank seiner hohen Reizschwelle ruhig
beobachtend, solange keine Gefahr droht. Mit fremden Hunden ist der Pyrenäe
generell friedfertig, das ist sehr angenehm.
Unter erfahrener,
geduldiger Anleitung kann man mit dem Pyrenäenberghund die Begleithunde-prüfung
ablegen. Wir haben sogar Hunde, die im Fährten- und Rettungshundewesen
außerordentliches geleistet haben. Der Pyrenäenberghund läuft
gerne neben dem Fahrrad, kühle Witterung vorausgesetzt.
Erscheinungsbild:
Schulterhöhe: Hündinnen 65-72 cm, Rüden 70-80 cm. Ausdrucksvolles
Gesicht, majestätisch, beeindruckend groß und stark, dabei Adel
und Eleganz ausstrahlend, weißes, schlichtes und langes Haarkleid mit
reichlich Unterwolle, Abzeichen an Kopf, Ohren und Rücken erlaubt.
|