| Verschiedene
Stimmen zu diesen sehr ursprünglichen Hütehunden
1987 „ Hundeführer“ ung. Fachbuch über div. Hunderassen von Szinák Jánosc und Veress István Zum Verhalten, Eigenschaften des Mudi: Der Mudi ist nicht so eine laute Rasse wie der Pumi, aber auch nicht ruhig. Er ist bewegungsfreudig, lebhaft, wachsam, sehr schnell, und reagiert auf alles blitzschnell. Er ist leicht zu handhaben und recht gehorsam. Es ist ein mutiger und drauf-gängerischer Hund. Das Hüten ist ihm angeboren, es liegt in seinem Blut, man muss es ihm kaum noch beibringen. Er läßt kein Tier aus der Herde entkommen, er ruht für keine Sekunde, wenn er an der Herde arbeitet. Er ist ein sorgfältiger, mutiger Hütehund, der seine Schutzbefohlenen nicht verletzt. Verwendung: Der Mudi ist sicherlich ein ebenso guter Hütehund wie die viel bekannteren „Verwandten“ Puli und Pumi. Er arbeitet ebenso an großen Tieren wie an der Herde hervorragend. Er kennt keine Angst, er treibt die ausbrechenden oder bockigen Tiere fast ohne Kommando selbstständig und bestimmt zur Herde zurück. Ebenso hat er sich als Wachhund bewährt, weil er nicht zu sehr viel bellt, aber gegenüber Fremden sehr mißtrauisch ist und diese mit lautem Gebell meldet. Einige haben auch bei der Wildschweinjagd Erfahrungen gemacht. Durch sein kurzes Fell verursacht die Pflege keine besondere Mühe, er eignet sich auch für die Wohnungshaltung. Es ist ein vielseitiger, fast für jedes Gebiet einsetzbarer Hund. Szabó Zsuzsanna Der Mudi Erschienen in Ungarn, 1998 Eine kurze Zusammenfassung betreffend der Eigenschaften des Mudi: Der Mudi ist keine bekannte und populäre Rasse, das kann ich nur durch die unbekannte züchterische Vergangenheit und durch die Verstreutheit der Züchter erklären. Betrachten wir das Äußere, ist der Mudi bis heute keine einheitliche Rasse, das sich aus seiner Vergangenheit ableiten läßt, denn die Schäfer haben in erster Linie nach der Arbeitsfähigkeit und der Brauchbarkeit gezüchtet, nicht nach dem Aussehen. Die Grundlage der Selektion war das gute Hüteverhalten, nicht die äußere Form. Das eher unscheinbare Äußere des Mudi verbirgt eine mit fantastischen Fähigkeiten ausgestattete Rasse. Ich behaupte, wer einmal einen richtig guten Mudi kennenlernt, der wird sich ohne Ausnahme in diese Rasse verlieben. Er ist ein idealer Familienhund, leicht erziehbar und robust in der Fütterung und Haltung. Er ist sehr wachsam und nimmt es im Ernstfall mit weit größeren, überlegeneren Gegnern auf. Durch seine intelligente, mutige, draufgängerische Hütearbeit ist es nicht Zufall, das man heute fast nur Mudis oder Pumis bzw.Mischlinge beider Rassen an den Herden sieht. Bei diesen Hunden ist das Hüteverhalten angeboren und fast perfekt. Es liegt ihnen im Blut, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sieht man auch die nur einige Wochen alten Welpen mit großer Begeisterung die Hühner treiben. Auch wenn sie noch ab und zu hinfallen, aber schon mit 5-6 Wochen versuchen sie mit dünnem Gebell und Knurren die Schafe zu treiben! Er ist für jede Aufgabe ausgesprochen leicht auszubilden, da er immer auf seinen Besitzer schaut, ihm fast versucht, die Gedanken zu lesen. Er ist sehr gehorsam uns schließt sich sehr sehr eng an den Besitzer an. Einen Mudi kann man nicht verlieren, er ist immer darauf bedacht, seinen Besitzer nicht aus den Augen zu lassen. Er ist glücklich, wenn er etwas für seinen Besitzer tun darf, denn sein Leben ist die Arbeit. Obwohl er sich auch in einer Stadtwohnung wohlfühlt, ist für ihn ein Leben ohne Beschäftigung nicht ratsam. Er möchte sich nützlich machen, der Besitzer tut gut daran, ihm verschiedene Aufgaben zu geben. So ist es zu verhindern, das einen unliebsame Überraschungen erwarten, z.B. hat ein „unterbeschäftiger„ Mudi sich damit vergnügt, jeden Brocken des 15 kg-Futter Sackes in die Trommel der Waschmaschine zu verstecken... Er ist zum Bewachen und als Wachhund gut geeignet. Er bellt nicht zuviel, aber einige sind ausgesprochen scharf. Einigen Meinungen zufolge sollte man ihn als Schutzhund züchten und propagieren. Dagegen werde ich kämpfen, denn er ist ein ursprünglicher Hütehund, und als solcher gar nicht in der Lage sich aggressiv gegen Menschen zu verhalten, es sei denn ,seine Familie ist bedroht. Bei einem normalen Mudi ist es unvorstellbar, dass er einen Menschen angreift, dazu ist er viel zu intelligent! Da es eine unglaublich intelligente Rasse ist, lernt er erstaunlich schnell und mit einer riesigen Freude. Aber genau deswegen, weil er so schnell lernt ist eine harte, auf Drill und Druck basierende Ausbildung für ihn nicht geeignet. Schon nach dem 3.-4. Mal „Sitz, Platz“ zeigt er deutlich, dass es ihn langweilt. Er gähnt, er jammert, verdreht die Augen und zeigt einfach, das ihn diese Wiederholungen langweilen. Es ist in der Wohnungshaltung von Vorteil, das er recht klein ist, das er sich gut anpassen kann, und sein pflegeleichtes Fell ist ideal. Er fühlt sich auch in einer kleinen Wohnung wohl, vorausgesetzt, das er seinen Bewegungsdrang und seine Lernbereitschaft täglich ausleben kann. Durch seinen guten Geruchssinn ist er auch leicht als Fährtenhund und zum Erkennen von Gegenständen auszubilden. Es wäre sicher lohnend, diese Rasse auch als Drogensuchhund auszubilden. Durch seinen leichten Knochenbau und die Arbeitsfreude, ist er auch für Agilitywettbewerbe mit Erfolg ausgebildet worden. Es ist eine Freude zu sehen, wie er über die Hürden fliegt und den Besitzer zum schnelleren Lauf auffordert! Übersetzung: Gabi Buza-Kiss |
|||
|
Und nun ein Kommentar von Gabi Buza-Kiss, die sowohl mit einem Mudi als auch einem Pumi lebt Das war eine kurze Beschreibung des Temperamentes dieses Hundes von jahrzehntelangen Züchtern und Kennern dieser Rasse. Denn trotz aller fantastischen Eigenschaften darf man nicht vergessen, das der Mudi ein Vollblut-Arbeitshund ist, der, wie der Border-Collie auch, ohne Beschäftigung aggressiv oder apathisch werden kann. Nur täglich Gassi gehen reicht diesen Hunden nicht aus, sie wollen auch geistig gefördert werden. Im Idealfall natürlich an der Herde, aber inzwischen gibt es soviele andere Möglichkeiten: Vor allem natürlich Agility, aber auch der traditionelle Vierkampf, dann die neuen Hundesportarten Obedience und Dog-Dancing, ebenso wie die Fährtensuche oder die Arbeit als Rettungshund., manche nehmen auch erfolgreich an Schutzhundeprüfungen teil, wobei da besonders viel Wert auf die Qualität der Ausbildung gelegt werden muss. In Finnland nehmen viele Mudis erfolgreich an schwierigen Obedience und Agility Prüfungen teil, mit beachtlichen Erfolgen. Ein Vollbruder zu unserer Lucca arbeitet inzwischen als Flächensuchhund für vermisste Personen im Amerika. Es gibt unzählige Möglichkeiten, diese Hunde zu beschäftigen, dazu braucht man nicht unbedingt immer einen Hundeplatz oder eine Hundeschule zu besuchen, auch zuhause bieten sich viele Möglichkeiten. Wieso nicht dem Hund das Apportieren von Gegenständen beibringen und ihn z.B. die Wäsche in den Korb werfen lassen.... oder ihm einfach das Bringen von unterschiedlichen Gegenständen beibringen. Literatur gibt es inzwischen genug, wo man solche Sachen nachlesen kann. Aus meiner Sicht ist der Mudi sicherlich im Vergleich zum Pumi der angenehmere, leichter zu führende Hund, der allerdings andere Anforderungen stellt und noch gelehriger ist. Er ist leicht auszubilden, verzeiht aber durch seine Sensibilität nicht alle Ausbildungsfehler. Druck, Härte und Zwang sind absolut fehl am Platz. Dafür um so wichtiger ist auf eine gute Prägung im Welpenalter zu achten ( gerade in Ungarn wird das teilweise sträflich vernachlässigt, so dass diese Welpen hier teilweise nicht mehr zu sozialisieren sind), ein Mudi ist zwar zurückhaltend und vorsichtig Fremden gegenüber, doch darf das nie in Aggression oder übersteigertes Angstverhalten umschlagen. Leider sieht man noch einige solcher Mudis, aber das ist nicht so, wie er tatsächlich ist! Traurig, aber wahr: Finger weg von solchen Welpen, denn diese werden im Regelfall nicht plötzlich als Junghunde besser! Man tut gut daran, beim Welpenkauf die Augen offen zu halten, vor allem in Ungarn. Um das teilweise zurückhaltende Wesen in Griff zu bekommen, ist es unbedingt notwendig, eine gute Welpenspielstunde zu besuchen. Das sollte zwar inzwischen selbstverständlich sein, ist es aber leider noch nicht. Im Allgemeinen ist es sicherlich kein Problem, mit einem Mudi eine Begleithundeprüfung abzulegen oder mit ihm an anderen Wettbewerben teilzunehmen. Da er m. E. wesentlich leichter zu führen ist als ein Pumi, ist er auch für Anfänger geeignet, allerdings nur für solche, die sportlich sind und bereit sind viel Zeit in die Ausbildung ihres Hundes zu investieren. Einen Pumi wiederum würde ich nicht in Anfängerhände empfehlen, zwar ist er ebenso lernfreudig und arbeitseifrig, aber je nachdem wieviel Terriererbe durchschlägt, teilweise auch recht schwer zu beeindrucken und manchmal ziemlich dickköpfig. Da ist dann absolute Konsequenz gefordert, und das ist doch manchmal nicht einfach. Insgesamt kann man sagen, das es zwei hervorragende Familienhunde sind, die sich, bei entsprechender Förderung, zum absoluten Traumhund entwickeln können. Nicht nur die handliche Größe und die robuste Gesundheit, auch die Lernfreude und die Arbeitsbereitschaft zeichnen diese Hunde aus. Nur eins darf man nicht vergessen: diese Hunde wurden bis vor kurzem noch rein auf Arbeit und Leistung selektiert, also benötigen sie neben viel Aufmerksamkeit immer eine artgerechte Beschäftigung! Wer nur kurz Gassi gehen möchte und ansonsten einen gemütlichen Sofahund haben will, ist mit diesen Hunden schlecht beraten. Zumindest eine Hundesportart sollte man mit diesen Hunden betreiben, damit auch die Hunde glücklich werden! Gabi-Buza-Kiss |
|||