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| Rasseportrait
Komondor Hirtenhund# (König der Hirtenhunde) |
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| Allgemeines,
Geschichte, Herkunft, Verwendung Der Komondor mit seinem archaischen Zotthaarkleid ist sowohl vom Charakter, von den Wesenseigenschaften, als auch vom Erscheinungsbild her eine einmalige Persönlichkeit. Seit alters her gilt er als der König der Hirtenhunde und genießt bis heute bei Kennern allerhöchste Wertschätzung. Das Wort Komondor wird mit Betonung auf die 1. Silbe ausgesprochen, es lässt verschiedene Deutungsmöglichkeiten zu und selbst Experten sind sich nicht einig: manche halten das ungarische Wort komor = düster, andere den Begriff „Kommandeur“ für sinn gebend. Die Wissenschaft ist sich darin nicht einig, daher wollen wir hier auch nicht weiter darauf eingehen. Der Ursprung dieser Rasse ist sehr alt. Bei Ausgrabungen in der biblischen Stadt Ur, der Hauptstadt des sumerischen Volkes, fand man Tontäfelchen, auf denen große u. zotthaarige Hunde zusammen mit Rindern abgebildet und in Keilschrift mit KU-MUND-UR bezeichnet waren. Der Komondor soll dann im 9. Jahrhundert aus dem Karpatenbecken noch Ungarn gekommen sein, 1544 wurde er erstmals in einer Überlieferung als ungarischer Hirtenhund bezeichnet. Jahrtausende lang dienten Hunde dieser Art den Hirten und Viehzüchtern des ungarischen, türkischen und asiatischen Raumes als zuverlässiger, unentbehrlicher Freund und Helfer. Den nomadisierenden Hirten und ihrer Sippe war ihre Viehherde die wichtigste Lebensgrundlage und damit der höchste Wert der Gemeinschaft, der unter allen Umständen geschützt und erhalten werden musste. Und diesen Schutz gewährte der Komondor. Seiner Aufmerksamkeit entging nichts. Obwohl scheinbar entspannt ruhend und dösend, waren seine Sinne immer wachsam ohne groß zu warnen tat er schützend seine Pflicht, wenn Gefahr für das ihm anvertraute Gut, sei es seine Herde oder seine Menschen, im Verzug war. Durch ihren sprichwörtlichen Mut, ihre Klugheit und ihre unglaublichen Instinkte sind diese selbständigen, ruhigen und selbstbewussten Hund in der Lage, Herden und Gehöfte vor jeder Gefahr wirksam zu schützen. Allein ihre Anwesenheit hielt Wölfe oder Kojoten und Raubkatzen ab, sie mussten meist nicht eingreifen, die heutige Forschung hat dieses Phänomen bestätigt. Das extreme Klima des asiatischen Kontinents trug zur Entwicklung des Komondor- Haarkleides bei. Sein zotthaariger Pelz machte ihm einerseits Sommerhitze von 30° und mehr sowie außerordentlich harte und lange Winter mit Minusgraden bis unter 30° und Stürmen erträglich, es schützt den Hund außerdem wirkungsvoll vor Biss Verletzungen. Was manch heutigen Tierfreunden aus Unverständnis heraus als „Qual“ für den Hund erscheinen mag, ist die ideale Anpassung der Natur an härteste Lebensbedingungen. Der Komondor ist ein gesundheitlich robuster u. langlebiger Hund, der ein für Hunde dieser Größe beachtliches Lebensalter erreichen kann 13 und mehr Jahre. Mir sind Komondore (in Ungarn heißt die Mehrzahl von Komondor: Komondorok) bekannt, die 17 Jahre alt geworden sind. Es gab Hirtendynastien, die solange es möglich war, mindestens ein Komondor Paar hielten. Später, als durch den Wandel der Zeiten die wandernden Hirten und ihre Herden selten wurden u. allmählich verschwanden, kamen diese mächtigen und schönen Tiere in die Dörfer und Städte; zunehmend in Liebhaberhand. Gerade auch in europäischen Fürstenhäusern wurde der Wert dieser Rasse erkannt, z.B. hielt sich Kaiser Wilhem II. in seinem Schloss in Doorn Komondore zu seinem Schutz, im Hause Thurn u. Taxis wurden nach dem 2. Weltkrieg Komondore gehalten und gezüchtet. Wie schon erwähnt, ist der Komondor ein sehr instinktsicherer, unbestechlicher und ruhiger Hund, der seinen Herrn und dessen Familie und Eigentum im Notfall bis zum letzten Atemzug verteidigen würde. Seine hohe Intelligenz und sein Gedächtnis sind unübertrefflich. Äußerst selbständig denkend und zuverlässig handelnd nimmt er seine Aufgaben war. Wichtig für die Haltung in unserer modernen Zeit ist neben den geeigneten äußeren Verhältnissen, dazu gehört ein eingezäuntes eigenes Revier - das Verständnis für seine spezielle Art und seinen Charakter. Seine enge Bindung an seine Menschen ist zu bedenken, er ist sehr treu u. hat die Neigung zum Einmannhund, ein Besitzerwechsel ist ihm schwer erträglich. Er wird als wenig schmeichlerisch beschrieben, ist jedoch zur eigenen Familie durchaus liebenswürdig. Als langjährige Komondorliebhaberin würde ich sein Wesen und seinen Charakter als eher ernst und sehr souverän bezeichnen, Fremden gegenüber abweisend und misstrauisch. Gerade bei dieser besonderen Rasse sind verantwortungsvolle Zucht und liebevolle, menschenbezogene Aufzucht und gute Sozialisierung unabdingbare Voraussetzung. Vermeiden Sie auf jeden Fall einen Welpenkauf über den Tierhandel oder dubiose Anzeigen. Welche Anforderungen stellt der Hund an seinen Besitzer? Sein Besitzer sollte ihm charakterlich ebenbürtig sein, bitte verzeihen Sie, wenn ich dies so ausdrücke, also ein Mensch mit natürlichem nicht vorgetäuschtem oder auftrumpfenden - Selbstbewusstsein, Intelligenz und echter Zuneigung für den Hund sowie dem Wissen, dass man den Komondor weder ungerecht bestrafen noch mit körperlicher Härte erziehen oder behandeln darf. Der Komondor wird ein angenehmer Familienhund, wenn er mit sachkundiger und liebevoller Einfühlung, Geduld und Konsequenz erzogen wird. Er wird nicht den Gehorsam z.B. eines deutschen Schäferhundes zeigen, der Komondorcharakter ist von völlig anderer Art, daher lässt er sich auch nicht „abrichten“, wer so etwas sucht, sollte nicht den Komondor wählen! Härte, Gewalt und Ungerechtigkeit lässt er sich nicht gefallen, er wird sich wehren u. vor allen Dingen das Vertrauen zu seinem Menschen verlieren und dann wird es schwierig. Tagsüber ruhig ruhend, nachts hingegen gerne patrouillierend, versieht der Komondor unbestechlich und zuverlässig seinen Dienst. Er freut sich über ausgiebige Spaziergänge, hat jedoch meist nicht das ausgeprägte Laufbedürfnis seines Vetters Kuvasz Ausnahmen bestätigen die Regel. Zwinger- oder Kettenhaltung sind unbedingt zu vermeiden, das ertragen diese Hunde nicht ohne Wesens Änderung zum Negativen hin. Der Komondor erweckt im Betrachter Staunen und Bewunderung, wohl auch manchmal Unverständnis oder Furcht. Unter seinem bis zu bodenlangen Zotthaarfell sind starke Gliedmaßen und ein harmonisches, stark bemuskeltes Gebäude verborgen. Auch Kopf und Gesicht sind völlig mit Zotten bedeckt, daher ist keine Mimik sichtbar, für den Fremden ist es nicht möglich, seine Gefühlsregungen zu erkennen und zu deuten. Sein eigener Herr oder sein Frauchen hingegen, die mit ihm in enger u. vertrauensvoller Beziehung leben, lernen schnell, seine Gefühle an seiner Körperhaltung abzulesen. Der Komondor ist ein ausgesprochener Spätentwickler, Rüden sind erst ab 2 Jahren körperlich ausgewachsen, charakterlich richtig erwachsen ab 3 Jahren, bei Hündinnen tritt die Reife etwas eher ein, ab ca. 18 Monaten. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von ca. 80 cm (das Mindestmaß von 70 cm trifft man selten an) bei einem Körpergewicht von ca. 50- 60 kg, Hündinnen sind deutlich kleiner. Sie werden ca. 70 cm hoch (Mindestmaß 65 cm) u. wiegen um die 40-50 kg. Die Rasse zeigt wenig Typfehler und ist in großen Maße homogen, da sie von früher her immer mit dem gleichen Zuchtziel gezüchtet wurde. Die Farbe des Haarkleides ist immer weiß, d.h. durch die Zottenbildung erscheint sie später elfenbeinfarben. Fehlerhaft sind: Ringelrute, schlechte Pigmentierung des Nasenspiegels (er soll möglichst tiefschwarz sein), lose Augenlider. Zuchtausschließende Fehler: schlaffer, muskelarmer Körper, Gebissfehler, Entropium. Ektropium, Bewegungsfehler sowie HD-Befund des Hüftgelenks (HD-Stufe beider Zuchtpartner zusammengenommen darf Stufe C nicht überschreiten), andersfarbiges Haarkleid, Körpergröße unter Mindestmaß, aggressives oder aber scheues Wesen. Besonderheiten des Felles Das Zotthaarkleid des Komondors ist etwas von Grund auf anderes, als das Haarkleid bei anderen Rassen, mit Ausnahme des ungarischen Pulis, dessen Haarkleid ist beinah mit dem des Komondors identisch. Schon auf den Bildern sehen Sie, dass die Haare sich zu Schnüren geformt und filzähnliche Strukturen gebildet gehaben. Die Pflege dieses besonderen Haarkleides ist beileibe keine Kunst, sie ist nur vollkommen anders. Beim Komondor ist das einzelne „lebende“ Haar selten über 9 cm lang. Es hat durch seine ihm eigene Struktur die Eigenschaft, dass es mit den anderen Haaren zusammenhält und das umso leichter, je zahlreicher die spindelförmigen Einschnürungen der einzelnen Haare sind: Die ausgefallenen Haare schieben sich an den festsitzenden Haaren entlang, ja verweben sich regelrecht und bilden mit der Zeit die gewünschten Zotten oder Schnüre. Die Länge des Haarkleides ist an der Kruppe, in der Lendengegend und an der Hinterseite der Oberschenkel am längsten (mind. 20-27 cm), am Rücken, seitlich an der Brust und in der Schulterblattgegend mittellang (mind. 15-22 cm), an den Backen, Augenbrauenbogen, auf der Höhe des Kopfes, an den Ohren, am Hals und an den Gliedmaßen kürzer (10-18 cm) an den Lefzen und unten an den Gliedmaßen am kürzesten (9-11 cm). Dieses Zotthaarkleid ist durch seinen speziellen Aufbau für den Hund wirksam wie eine Klimakammer. Es hält ihn warm und trocken, schützt ihn vor Auskühlung und Überhitzung, ist angenehm isolierend beim Liegen u. ein idealer Schutz vor Biss- oder Rissverletzungen. Leidet der Komondor nicht im Sommer? Nein, denn er sucht sich einen schattigen Liegeplatz am Abend, wenn er aktiv wird, ist es nicht mehr so heiß und die Nächte sind sowieso angenehm kühl. Selbstredend sollt man mit ihm im Hochsommer oder an heißen Tagen keine Gewaltmärsche unternehmen, das ist auch für Hunde mit kürzerem Fell nicht angebracht. Einen Komondor im heißen Auto zurücklassen ist gefährlich, wie für jeden Hund; dies entspricht nicht den natürlichen Bedingungen. Haarpflege beim Komondor im Welpenalter und beim Junghund Der wichtigste Zeitpunkt zur Anlage des Zotthaarkleides ist gleich der Anfang, wenn Sie den Welpen oder Junghund vom Züchter übernommen haben. Wenn Sie den kleinen Kerl liebevoll streicheln, fahren Sie ihm mit allen zehn Fingern ab und zu durchs Fell. Schon beim Kleinen sieht man die natürliche Anlage der Zotteln. Diese gilt es zu erhalten und zu vertiefen, in dem man immer wenn man den Kleinen bei sich hat am besten mehrmals täglich einige Zotteln sanft und ihrer natürlichen Anlage entlang, aber bis auf die Haut, auseinander zieht. So verhindert man, dass sich die langsam wachsende Unterwolle über der Haut zu einer Matte verfilzt. Bitte beachten Sie dazu die nebenstehende Zeichnung. Ganz wichtig ist es, die Stellen hinter den Ohren, auf den Ohrlappen und an der Rute nicht zu vergessen. Nach meiner Erfahrung ist es ein grober Fehler, die Welpen anfangs zu bürsten, weil dadurch die natürliche Anlage der Zotteln gestört, ja zerstört wird. Dieser Fehler ist schwerwiegend und kaum mehr vollständig zu korrigieren. Also: niemals bürsten! Wie erhält man ein richtiges Zotthaarkleid? Leitsatz für eventuelle, zukünftige Komondorbesitzer: Bitte gewöhnen Sie sich an, immer, wenn Sie den Hund bei sich haben, einige Zotteln zu trennen. Es ist eine Liebkosung für ihn, er wird es gerne haben und in punkto Haarpflege ist es bereits die halbe Miete. Noch ein Tipp: die einzelnen Schnüre nicht zu dünn anlegen. Die richtige Stärke ist ungefähr die unseres Zeigefingers oder Daumens. Zu dünne Schnüre sehen später aus wie „Spaghetti“ und reißen leichter ab. So wächst mühelos und ohne großen Aufwand ein prächtiges Zotthaarkleid heran, außerdem ist diese tägliche Beschäftigung mit dem Fell eine natürliche und allerbeste Gelegenheit, den Kontakt und die Bindung zum Hund zu vertiefen, die natürliche Rangordnung und das Vertrauensverhältnis zu festigen. Pflege des erwachsenen Hundes Ein Komondor, der mit im Haus lebt und auch auf den Teppichen liegen kann, wird allein dadurch immer sauberer sein als einer, der nur im Freien lebt, das ist nur normal. Wenn Sie folgende Hinweise beachten, wird der Komondor auch nie eine Beleidigung für die Nase anderer Mitmenschen sein: Haarwuchs auf den Innenseiten der Oberschenkel, der ohnehin spärlich ist, ganz wegschneiden; rund um die Geschlechtsteile ebenfalls, damit kein Urin zurückbleiben kann (gelegentlich mit nassem Handtuch Bauch u. Innenschenkel abwaschen, dann gut nachtrockenen). Um den Schließmuskel des Afters einige Zentimeter breit die Zotteln wegschneiden, damit keine Kotreste hängen bleiben können. Sollte das Zotthaarkleid mal beim Kotabsetzen beschmutzt worden sein, mit klarem Wasser auswaschen u. mit trockenem Handtuch das restliche Wasser aus den Zotten drücken. Der strenge Geruch manches Komondors kommt daher, dass diese wichtigen Pflegeregeln nicht beachtet werden. Reinigung des Fells Die einfachste und wirksamste Art der Reinigung ist es, ihn mit einem frischen und trockenen, griffigen und keinesfalls weichgespülten Frotteehandtuch kräftig überall abzurubbeln. Besonders wirksam ist dies, wenn das Zotthaarkleid durch Regen nass oder feucht geworden ist. Die Nässe kann in ein richtig gepflegtes Zotthaarkleid nicht wirklich eindringen, sie bleibt an der Oberfläche und löst dort vorhandenen Staub und Schmutz an, den Sie mit der Nässe auch durch das rubbeln und drücken ähnlich wie man einen gewaschenen Wollpullover zum trocknen in ein Handtuch rollt und drückt - mit dem Frotteehandtuch entfernen. Dies von Anfang an einmal wöchentlich und bei Bedarf gemacht, hält den „Gilb“ sicher fern. Gebadet werden sollte wirklich nur dann, wenn es unbedingt erforderlich werden sollte (also so selten wie nur möglich, am besten gar nicht): z.B. nach Wälzen in frisch gedüngten Wiesen etc. und dann am besten nur mit blankem, lauwarmen Wasser. Durch Baden mit Schampons entfernt man das natürliche Wollfett oder Wollwachs, dadurch wird das Zotthaarkleid bei Regen durch und durch nass und wird unglaublich schnell dann wirklich unansehnlich schmutzig und muffig. Warum? Es trocknet nur schwer u. langsam, in diesem feuchten Zustand nimmt es Schmutz sehr leicht auf. Durch das Fehlen des schützenden Wollwachses setzen sich alle möglichen Keime fest, die zu Geruchsbildung führen. Pfoten, Fang, Augen, Ohren sauber halten Schmutzige Pfoten nach Spaziergang durch Pfützen, nasse Erde, Schlamm etc.? Meine Methode war es, vor dem Haus schon zwei halbvolle Wassereimer hinzustellen. Die schmutzigen, sandigen, lehmigen Pfoten werden der Reihe nach reingestellt u. mit der Hand ausgewaschen der zweite Eimer dient der „Klarspülung“. Dann das Wasser mit der Hand ausdrücken, die Pfoten mit einem Handtuch umwickeln u. trocken drücken. Anschließend kann der Hund ins Haus u. ist auch bald wieder trocken. Klingt kompliziert, geht aber schnell und ist der Mühe wert. Pfotenpflege: Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle zwischen den Zehen, sich bildende Filzknoten bitte herausschneiden, denn sie bilden zusammen mit Sand oder Erde Reibungsstellen und später Entzündungen. Über den Pfotenrand hinauswachsende Zotteln und Filze sollten gekürzt und zurück geschnitten werden. Es sieht nicht schön aus, wenn sich tellerähnliche Ränder entwickeln, die außerdem den Hund stören und Schmutzfänger sind. Die beste Pfotenpflege ist viel Bewegung, es hält sie elastisch, die Krallen kurz und in der richtigen Form, der Hund bekommt eine gut entwickelte Muskulatur, gute Kondition, bleibt gesund und hat Freude am Leben. Schwarzer, fettiger Fang durchs Fressen? Wird verhindert durch Trockenreiben nach dem Füttern (Frotteehandtuch) und Kürzen der Fanghaare, wenn sie zu lang geworden sind. Rund um die Augen regelmäßig kontrollieren, es soll sich kein „Schlaf“ festsetzen können, mit sauberem Taschentuch entfernen und eventuell ins Auge wachsende Zotteln (kommt aber kaum vor) entfernen. Die Ohrmuscheln des Hundes regelmäßig und von klein auf kontrollieren. Beim Komondor ist dies besonders wichtig, denn bei ihm wachsen auch im Gehörgang und in der Ohrmuschel feine kleine Flaumhärchen. Nehmen Sie jedes Mal ein winziges Büschelchen davon zwischen die Finger u. reißen es mit einem kurzen kleinen, aber entschlossenem Ruck heraus. Es tut nicht weh, wenn das Büschelchen klein genug ist. Ganz wichtig ist, vorher und nachher das Ohr zu kraulen, den Hund zu streicheln und ihm gut zuzureden; er lässt es dann gerne geschehen. Wenn man dieses Entfernen der Ohrhärchen nicht macht, bildet sich u. U. im Ohr zusammen mit Ohrschmalz ein Pfropf, der eine Ohrentzündung vorprogrammiert und dann hat es der Hund verständlicherweise nicht gern, wenn man dies herausreißen muss. Am besten ist, man reinigt zusätzlich die Ohrmuschel regelmäßig mit einem Wattepad und einem speziellen Ohren-Reinigungsmittel (sehr gut eignet sich hierzu unser eigener Speichel, wenn nichts anderes zur Hand ist. Dessen Enzyme sind sehr reinigend und fett lösend, Speichel brennt nicht auf der Haut u. riecht nicht unangenehm für den Hund, der macht schon deshalb kein Theater). Wattestäbchen sind zur Ohrenreinigung des Hundes absolut ungeeignet, die Verletzungsgefahr ist zu groß. Ein so gepflegter Komondor befindet sich immer in guter und sauberer Kondition und macht sowohl seinen Leuten als auch seiner Rasse Ehre. Es geht hier nicht nur um die Schönheit ein schlecht gepflegter u. daher schlecht riechender Komondor wird nicht mehr gerne gestreichelt, darf nicht mehr ins Haus. Die Folge davon ist, dass sich der Hund von den Menschen zurückzieht, zum immer weniger umgänglichen Eigenbrötler wird und dann abgegeben wird. Tägliche Pflege, Zeitaufwand Die hier geschilderten Pflegemaßnahmen sind schnell zur Routine geworden und in wenigen Minuten täglich erledigt, der Erfolg ist riesengroß. Ein so von Anfang an gepflegter Hund ist wenig aufwendig in der täglichen Pflege. Vorteil des Zotthaarkleides: der Komondor verliert keine Haare, er haart nicht, wechselt nicht das Haarkleid. Ab und zu verliert er mal eine Zottel, das ist alles. Diese Körperpflege bietet außerdem die Gelegenheit, das enge gegenseitige Vertrauen immer mehr zu festigen, sie ist nebenbei bemerkt eine ausgezeichnete und selbstverständliche Unterordnungsübung. Der Komondor ist in vollem Haarkleid, das ungefähr im dritten Lebensjahr seine volle Ausprägung erreicht, ein malerisch schöner und beeindruckender Hund. Pflege-Utensilien Empfehlenswert ist es, sich zur Fellpflege ein Anzahl Hundehandtücher zurecht zu legen. Am besten eignen sich hierzu ältere, griffige Frotteehandtücher, wenn möglich von heller Farbe, die man nach jedem Gebrauch in die Wäsche gibt. Saubere Handtücher reinigen das Fell einfach besser. Dann eine Schere, wenn Zotten am Fang oder sonst wie beschrieben zu kürzen sind. Einen guten Staubsauger, um den Sand zu entfernen, der manchmal am Boden liegt, wenn ein Komondor drauf gelegen hat. Pflege im Hundesalon ist meines Erachtens nicht empfehlenswert, da die Pflegemaßnahmen je nach Bedarf fachkundig und schnell selbst zu erledigen sind und generelles Baden aus den genannten Gründen so selten wie möglich erfolgen sollte. Und in der Regel lässt sich der Komondor nur von seinem eigenen Herrchen oder Frauchen all diese Pflegehandlungen machen. Das aufzupfen oder aufreißen der Zotten oder Schnüre sollte ständig in kleinen Schritten gemacht werden, dann ist es am wirksamsten. Gibt es einen besonderen Ausstellungs-Standard? Nein, aber es gibt den international gültigen FCI-Rassestandard, der vom Ursprungsland der Rasse, also Ungarn, festgelegt wurde und für alle Länder in Zucht und Ausstellung verbindlich ist. Die wesentlichsten Kriterien sind im Text bereits beschrieben. Danach beurteilt ein Zuchtrichter die Hunde im Ausstellungsring. Wichtigstes Kriterium ist ein sozialverträgliches, ausgeglichenes Verhalten das weder Scheuheit noch Aggressivität erlaubt. Ein Hund, der hierdurch auffällig ist (dies kommt äußerst selten vor), wird disqualifiziert und aus dem Ring geschickt. Auf ein gepflegtes Erscheinungsbild im Rahmen der bereits aufgeführten Maßnahmen wird Wert gelegt, auf vollzahniges u. korrektes Gebiss, auf die richtige Größe und Substanz, typisches Zotthaarkleid, korrekte Anatomie und freie elegante Bewegung, gute Pigmentierung von Nasenspiegel und Lefzen, dunkles Auge, korrekte Ohrenhaltung, harmonische gesamt Erscheinung und Ausdruck. Ausstellungsvorbereitungen Ein Komondor in normalem, guten Pflegezustand nach obigen Hinweisen und Pflegetipps braucht sonst keinerlei Ausstellungsvorbereitungen diesbezüglich. Es wird erwartet, dass der Hund vom Verhalten her freundlich und leinenführig ist und mit seinem Besitzer oder Hundeführer harmoniert. Eine gewisse Ringdressur, die darin besteht, dass sich der Hund natürlich und gut präsentieren kann, ist zu empfehlen. |
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Zur
Rassebeschreibung Komondor: |
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| Zur
Rassebeschreibung Komondor schrieb uns Michael Grotkamp folgenden interessanten
Beitrag, den wir gerne unserem Rasseportrait des Komondor hinzufügen. Die kynologische Quintessenz seiner langjährigen Recherche auf dem Gebiet der Etnologie, Geschichte, Haustierforschung und Archäologie Ungarns und der Steppenvölker bringt diese schlichten, wie ich meine dennoch spannenden Dinge kurzgefaßt zusammen. I. Weininger |
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Rassename, etnolgische Anbindung und Wortbedeutung, Geschichte Autor: Michael Grotkamp |
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| Der Komondor ist eine sehr alte Rasse. Und der aus dem Völkernamen "koman" weitergebildete Name Komondor bewahrt seine kumanische Herkunft. Der Name ist identisch mit dem Namen jenes Stammesverbandes, der an Ostern des Jahrs 1239 den Radna-Paß überquerte, im Ungarn König Bela´s IV. bereitwillig aufgenommen wurde und im Laufe der Zeiten dann mit dem Ungarntum verschmolz. | ||||||||||||||||||||||||
| Die Sprache der Kumanen bestand sehr ausgeprägt aus Sprachelementen ihres in grauer Vorzeit benachbarten Volkes der sibirischen Kiptschaken. Doch ihr Völkername ist turksprachigen Ursprungs. Er ist bis auf den heutigen Tag im Ungarischen erhalten geblieben: der Volksname (das Ethnonym) "kun" und die Namensformen kuman, koman können von der Stammsilbe "qn" (= falb, lichtgelb, auch blaß) der ost-türkischen Sprachen abgeleitet werden. | ||||||||||||||||||||||||
| Der Komondor ist also der kumanische Hund. Der Hund der Hirtennomaden aus der Tiefe des eurasichen Raumes. Interessant auch, daß sein frühes Verbreitungsgebiet innerhalb seiner neuen Heimat im frühmittelalterlichen Ungarn identisch ist mit den ursprünglichen Siedlungsgebieten der Kumanen zwischen Donau und Theiß. Bei Hontos und südlich von Széged, auf den Besitzungen der Chertan-Sippe im Kiskunhalász-Inoka, Kunszentmarton, Bánkút und Szentkirály östlich von Kécskemet. Die exakten königlichen Beurkundungen dieser Siedlungsgebiete | ||||||||||||||||||||||||
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| um 1279 und die archäologischen Ergebnisse des András Pálóczi Horváth um 1985 im Bereich der kynologischen Relikte aus genau diesen kumanischen Siedlungsgebieten sind deckungsgleich und sprechen eine klare Sprache. | ||||||||||||||||||||||||
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